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Die Kulturgeschichte hat das Tier bislang vernachlässigt. Dabei ist eine Geschichte der Kultur und des menschlichen Selbst ohne das Verhältnis zum Tier nicht zu denken. Erstaunlicherweise weisen nur wenige Tiere eine engere und zugleich wechselvollere Beziehung zur Kulturgeschichte auf wie der dem Menschen biologisch so ferne Frosch. Der Frosch verkörpert seit den Anfängen der Kulturgeschichte zwei elementare Erfahrungen des Menschen: Fruchtbarkeit und Wandel. Während das Tier in Ritualen Ostasiens und Afrikas positiv besetzt war, galten Frosch und Kröte in Europa lange als Tiere des Bösen und des Ekligen. Im 19. Jahrhundert wurde der Frosch sogar zum Labortier. Seit dem späten 20. Jahrhundert jedoch entsteht ein neues, positives Tierbild: der "Ökofrosch", der zum Totemtier der Umweltbewegung avanciert. Im Angesicht des drohenden Aussterbens ganzer Froschpopulationen eröffnet die Kulturgeschichte des Frosches Perspektiven, über eine Ethik nachzudenken, die die Zukunft der Natur einschließt.
417 Seiten, broschiert, zahlreiche z.T. farbige Abbildungen, Größe: 23,1 x 15,1 x 3,2cm
»Dem gleichsam Unabgegoltenen des Frosches widmet der Germanist Bernd Hüppauf eine glänzende kulturgeschichtliche Untersuchung. So weitet sich [...] eine becircend nachdenkliche Kulturgeschichte zum engagierten Ausblick auf eine ökologische Ethik, die ... mehr das Tier aus der Passivität als Objekt menschlichen Handelns befreien und gemeinsam mit dem Menschen in die Konstruktion der Natur einsetzen möchte.« Michael Adrian, FAZ, 12.03.2011
Über den Autor: Bernd Hüppauf, geboren 1942, lehrt als Professor am Department of German an der New York University. Publikationen über die Literatur der Weimarer Republik und die Nachkriegszeit, Veröffentlichungen im Bereich Literatur, Fotografie und über die Repräsentation von Krieg und Gewalt.
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